Bibeltext · Psalm 107Schlachter 1951
1«Danket dem Herrn, denn er ist gütig, denn seine Gnade währt ewig!» 2So sollen sagen die Erlösten des HERRN, die er aus der Hand des Feindes erlöst 3und die er aus den Ländern zusammengebracht hat, vom Aufgang und vom Niedergang, von Mitternacht und vom Meer, 4die irregingen in der Wüste, auf ungebahntem Weg und keine Stadt fanden, wo sie wohnen konnten, 5hungrig und durstig, daß ihre Seele in ihnen verschmachtete. 6Da schrieen sie zum HERRN in ihrer Not, und er rettete sie aus ihren Ängsten 7und führte sie auf den rechten Weg, daß sie zu einer bewohnten Stadt gelangten, 8die sollen dem HERRN danken für seine Gnade und für seine Wunder an den Menschenkindern, 9daß er die durstige Seele getränkt und die hungernde Seele mit Gutem gesättigt hat! 10Die in Finsternis und Todesschatten saßen, gebunden in Elend und Eisen, 11weil sie den Geboten Gottes widerstrebt und den Rat des Höchsten verachtet hatten, 12so daß er ihr Herz durch Strafe beugte, daß sie dalagen und ihnen niemand half. 13Da schrieen sie zum HERRN in ihrer Not, und er rettete sie aus ihren Ängsten, 14und führte sie aus Finsternis und Todesschatten heraus und zerriß ihre Bande, 15die sollen dem HERRN danken für seine Gnade und für seine Wunder an den Menschenkindern, 16daß er eherne Türen zerbricht und eiserne Riegel zerschlägt! 17Die Toren, die wegen ihrer Übertretung und um ihrer Missetaten willen geplagt wurden, 18daß ihrer Seele vor aller Nahrung ekelte und sie nahe waren den Pforten des Todes. 19Da schrieen sie zum HERRN in ihrer Not, und er rettete sie aus ihren Ängsten. 20Er sandte sein Wort und machte sie gesund und ließ sie ihren Gräbern entrinnen, 21die sollen dem HERRN danken für seine Gnade und für seine Wunder an den Menschenkindern, 22sollen ihm Dankopfer bringen und seine Taten jubelnd erzählen! 23Die in Schiffen sich aufs Meer begaben und Handel trieben auf großen Wassern, 24die des HERRN Werke sahen und seine Wunder auf hoher See, 25wenn er sprach und einen Sturmwind erregte, der die Wellen in die Höhe warf, 26daß sie emporfuhren gen Himmel und hinabfuhren zur Tiefe und ihre Seele vor Angst verging; 27daß sie wirbelten und schwankten wie Trunkene, und alle ihre Weisheit dahin war. 28Da schrieen sie zum HERRN in ihrer Not, und er führte sie heraus aus ihren Ängsten; 29er stillte den Sturm, daß er schwieg und die Wellen sich beruhigten; 30und jene wurden froh, daß sie sich legten; und er führte sie an das erwünschte Gestade, 31die sollen dem HERRN danken für seine Gnade und für seine Wunder an den Menschenkindern 32und sollen ihn erheben in der Versammlung des Volkes und im Kreise der Ältesten ihn rühmen! 33Er machte Ströme zur Wüste und ließ Wasserquellen vertrocknen; 34fruchtbares Land wurde zur Salzwüste wegen der Bosheit derer, die es bewohnten. 35Er machte aber auch die Wüste zum Wasserteich und dürres Land zu Wasserquellen. 36Und er ließ Hungrige daselbst wohnen, und sie gründeten eine bewohnte Stadt; 37und sie säten Äcker an und pflanzten Weinberge und hatten von den Früchten einen schönen Ertrag; 38und er segnete sie, daß sie sich stark mehrten, und auch ihres Viehs machte er nicht wenig, 39nachdem sie vermindert worden waren und gedemütigt durch den Druck des Unglücks und Kummers, 40als er Verachtung auf die Fürsten goß und sie irregehen ließ in unwegsamer Wildnis; 41aber er erhob den Armen aus dem Elend und machte die Geschlechter wie Schafherden. 42Die Redlichen sollen es sehen und sich freuen, und alle Bosheit soll ihr Maul verschließen! 43Wer weise ist, der beobachte solches und merke sich die Gnadenerweisungen des HERRN!
Bibeltext · Psalm 108Schlachter 1951
1Ein Psalmlied. Von David. (0108-2) O Gott, mein Herz ist bereit: ich will singen und spielen; wach auf, meine Seele! 2(0108-3) Psalter und Harfe, wacht auf! Ich will die Morgenröte wecken. 3(0108-4) HERR, ich will dir danken unter den Völkern und dir singen unter den Nationen; 4(0108-5) denn groß bis über den Himmel ist deine Gnade, und bis an die Wolken reicht deine Treue. 5(0108-6) Erhebe dich über die Himmel, o Gott, und über die ganze Erde deine Herrlichkeit! 6(0108-7) Auf daß deine Geliebten errettet werden, laß siegen deine Rechte und erhöre uns! 7(0108-8) Gott hat gesprochen in seinem Heiligtum: «Ich will frohlocken! Ich will Sichem verteilen und das Tal Suchot ausmessen. 8(0108-9) Gilead ist mein, Manasse ist mein, Ephraim ist meines Hauptes Wehr, Juda mein Herrscherstab; 9(0108-10) Moab ist mein Waschbecken, über Edom werfe ich meinen Schuh, über Philistäa jauchze ich!» 10(0108-11) Wer führt mich in eine feste Stadt, wer geleitet mich bis nach Edom? 11(0108-12) Hast du, o Gott, uns nicht verstoßen und willst nicht ausziehen, o Gott, mit unserm Heer? 12(0108-13) Schaffe uns Hilfe in der Not, denn eitel ist Menschenhilfe! 13(0108-14) Mit Gott wollen wir Taten tun; er wird unsre Feinde untertreten.
Bibeltext · Psalm 109Schlachter 1951
1Dem Vorsänger. Ein Psalm Davids. Gott, den ich rühme, schweige nicht! 2Denn sie haben ihr gottloses und falsches Maul wider mich aufgetan; sie sagen mir Lügen ins Gesicht, 3sie bieten gehässige Worte über mich herum und bekämpfen mich ohne Grund. 4Dafür, daß ich sie liebe, sind sie mir feind; ich aber bete. 5Sie beweisen mir Böses für Gutes und Haß für Liebe. 6Bestelle einen Gesetzlosen über ihn, und ein Ankläger stehe zu seiner Rechten! 7Wenn er gerichtet wird, so möge er schuldig gesprochen werden, und sein Gebet werde ihm zur Sünde! 8Seiner Tage seien wenige, und sein Amt empfange ein anderer! 9Seine Kinder sollen Waisen werden und sein Weib eine Witwe! 10Seine Kinder müssen umherwanken und betteln, hilfesuchend aus ihren Ruinen hervorkommen! 11Der Gläubiger nehme ihm alles weg, und Fremde sollen plündern, was er sich erworben. 12Niemand gebe ihm Gnadenfrist, und keiner erbarme sich seiner Waisen! 13Seine Nachkommenschaft falle der Ausrottung anheim, ihr Name erlösche im zweiten Geschlecht! 14Seiner Väter Missetat müsse gedacht werden vor dem HERRN, und seiner Mutter Sünde werde nicht ausgetilgt! 15Der HERR habe sie beständig vor Augen, daß ihr Gedächtnis von der Erde vertilgt werde, 16weil er nicht daran dachte, Barmherzigkeit zu üben, sondern den Elenden und Armen verfolgte und den Niedergeschlagenen, um ihn in den Tod zu treiben. 17Da er den Fluch liebte, so komme er über ihn; und da er den Segen nicht begehrte, so sei er fern von ihm! 18Er zog den Fluch an wie sein Gewand; so dringe er in sein Inneres wie Wasser und wie Öl in seine Gebeine; 19er sei ihm wie das Kleid, das er anzieht, und wie der Gurt, damit er sich ständig umgürtet! 20Das sei der Lohn meiner Ankläger vonseiten des HERRN, derer, welche Arges wider meine Seele reden! 21Du aber, o HERR, mein Herr, handle mit mir um deines Namens willen; denn deine Gnade ist gut; darum errette mich! 22Denn ich bin elend und arm, und mein Herz ist verwundet in meiner Brust. 23Wie ein Schatten, wenn er sich neigt, schleiche ich dahin; ich werde verscheucht wie eine Heuschrecke. 24Meine Knie wanken vom Fasten, mein Fleisch magert gänzlich ab; 25und ich bin ihnen zum Gespött geworden; wer mich sieht, schüttelt den Kopf. 26Hilf mir, o HERR, mein Gott! Rette mich nach deiner Gnade, 27so wird man erkennen, daß dies deine Hand ist, daß du, HERR, solches getan hast. 28Fluchen sie, so segne du; setzen sie sich wider mich, so müssen sie zuschanden werden; aber dein Knecht müsse sich freuen. 29Meine Ankläger müssen Schmach anziehen und in ihre Schande sich hüllen wie in einen Mantel. 30Ich will den HERRN laut preisen mit meinem Munde und inmitten vieler ihn rühmen, 31weil er dem Armen zur Seite steht, ihn zu retten von denen, die ihn verurteilen.
Bibeltext · Psalm 110Schlachter 1951
1Ein Psalm Davids. Der HERR sprach zu meinem Herrn: Setze dich zu meiner Rechten, bis ich deine Feinde hinlege als Schemel deiner Füße! 2Der HERR wird das Zepter deiner Macht ausstrecken von Zion: Herrsche inmitten deiner Feinde! 3Dein Volk kommt freiwillig am Tage deines Kriegszuges; in heiligem Schmuck, aus dem Schoß der Morgenröte, tritt der Tau deiner Jungmannschaft hervor. 4Der HERR hat geschworen und wird es nicht bereuen: Du bist Priester in Ewigkeit nach der Weise Melchisedeks! 5Der Herr, zu deiner Rechten, hat Könige zerschmettert am Tage seines Zorns. 6Er wird richten unter den Nationen, es wird viele Leichname geben, er zerschmettert das Haupt über ein großes Land. 7Er wird trinken vom Bach am Wege; darum wird er das Haupt erheben.