BibelverstehenGebet

Der Weg › Teil 3 › Unterwegs nach Jerusalem

Schritt 3 von 32 · Unterwegs nach Jerusalem

Ich war blind und bin sehend

Johannes 9,1–41

Ganze Bibel: Schritt 532 von 790

Hintergrund

Am Tempeltor sass ein Mann, der von Geburt an blind war und vom Betteln lebte. Johannes erzählt diese Heilung so ausführlich wie keine andere. Sie ist fast wie ein kleines Theaterstück mit mehreren Szenen.

1

Lies jetzt: Johannes 9,1–41

Lies zuerst den Bibeltext. Die Erklärung steht gleich danebendarunter.

Zur Erklärung springen ↓

2 Erklärung

Wer hat gesündigt?

Die Jünger fragen: „Rabbi, wer hat gesündigt, dieser oder seine Eltern, daß er blind geboren ist?“ Viele glaubten damals, jedes Unglück sei eine Strafe für eine bestimmte Sünde.

Jesus antwortet: „Weder dieser hat gesündigt, noch seine Eltern; sondern damit die Werke Gottes an ihm offenbar würden!“ Leid ist nicht immer eine Strafe. Es gibt viel Leid in dieser Welt, weil die ganze Welt durch die Sünde krank geworden ist. Aber Gott kann gerade dort, wo das Leid am grössten ist, seine Liebe zeigen.

Ellen G. White

The disciples were not called upon to discuss the question as to who had sinned or had not sinned, but to understand the power and mercy of God in giving sight to the blind.
The Desire of Ages, S. 471

Zusammenfassung: Die Jünger sollten nicht darüber streiten, wer gesündigt hatte und wer nicht, sondern die Macht und Barmherzigkeit Gottes verstehen, der Blinden das Augenlicht gibt.

Wasche dich im Teich Siloah

Jesus macht aus Erde und Speichel einen Teig, streicht ihn auf die Augen des Mannes und schickt ihn zum . Der Mann geht, wäscht sich „und kam sehend“. Der Teich lag im Süden der Stadt, und der Mann musste blind dorthin gehen. Er gehorchte, bevor er sehen konnte.

Es war Sabbat. Einen Teig zu kneten galt bei den Rabbinern als verbotene Arbeit. Wieder heilte Jesus mit Absicht am Sabbat, um zu zeigen, wofür dieser Tag gedacht ist.

Ellen G. White

It was evident that there was no healing virtue in the clay, or in the pool wherein the blind man was sent to wash, but that the virtue was in Christ.
The Desire of Ages, S. 471

Zusammenfassung: Es war klar, dass weder im Teig noch im Teich eine Heilkraft lag, sondern dass die Kraft in Christus war.

Eins weiss ich

Die Pharisäer verhören den Mann, dann seine Eltern, dann wieder ihn. Die Eltern haben Angst, aus der Synagoge ausgeschlossen zu werden, und weichen aus. Der Mann aber bleibt fest. Er ist kein Gelehrter, doch er sagt: „Ob er ein Sünder ist, weiß ich nicht; eins weiß ich, daß ich blind war und jetzt sehend bin!“

Mit jeder Befragung wird er mutiger. Am Ende belehrt er die Gelehrten: „Wäre dieser nicht von Gott, so könnte er nichts tun!“ Dafür werfen sie ihn hinaus.

Ich glaube, Herr

Jesus hört, dass der Mann ausgestossen wurde, und sucht ihn. „Glaubst du an den Sohn Gottes?“ Der Mann fragt, wer das sei. „Du hast ihn gesehen, und der mit dir redet, der ist es!“ Zum ersten Mal sieht der Mann das Gesicht Jesu. „Er aber sprach: Ich glaube, Herr! und fiel vor ihm nieder.“

Der Blinde wurde sehend, äusserlich und innerlich. Die Pharisäer, die meinten zu sehen, blieben blind. „nun ihr aber saget: Wir sind sehend! so bleibt eure Sünde“.

Ellen G. White

Jesus heard what had been done; and finding him soon after, He said, “Dost thou believe on the Son of God?”
The Desire of Ages, S. 474

Zusammenfassung: Jesus hörte, was geschehen war. Bald darauf fand er ihn und fragte: Glaubst du an den Sohn Gottes?

Für dich

Du musst nicht alles erklären können, um von Jesus zu erzählen. Es genügt zu sagen: «Eins weiss ich: Ich war blind, und jetzt sehe ich.»

Zur Übersicht «Unterwegs nach Jerusalem» (Schritt 3 von 32)

BibeltextSchlachter 1951
Ganzes Kapitel lesen