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Der Weg › Teil 1 › Isaak und Jakob

Schritt 8 von 12 · Isaak und Jakob

Der Kampf am Jabbok

1. Mose 32

Ganze Bibel: Schritt 44 von 790

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2 Erklärung

Angst vor Esau

Jakob ist auf dem Heimweg. Seine Sünde von damals stand ihm Tag und Nacht vor Augen. Dann hört er, dass Esau ihm mit vierhundert Männern entgegenkommt. Jakob hat grosse Angst.

Er betet, demütig und ehrlich: „Ich bin zu gering aller Barmherzigkeit und Treue, die du an deinem Knechte bewiesen hast!“ Und: „Errette mich doch aus der Hand meines Bruders“. Dann schickt er Geschenke voraus.

Ellen G. White

His sin in the deception of his father was ever before him.
Patriarchs and Prophets, S. 195

Zusammenfassung: Seine Sünde, der Betrug an seinem Vater, stand ihm immer vor Augen.

Allein in der Nacht

Am Fluss Jabbok bringt Jakob in der Nacht seine Frauen, Kinder und Herden auf die andere Seite (1. Mose 32,22–23). „Jakob aber blieb allein zurück.“ Warum? Er wollte die ganze Nacht beten, allein mit Gott. Nur Gott konnte Esaus Herz verändern.

Die Gegend war einsam und gefährlich, voller wilder Tiere und Räuber. Jakob kniet auf der Erde. Alles, was ihm lieb war, ist weit weg und in Gefahr. Und am schwersten drückt ihn der Gedanke: Es ist meine eigene Sünde, die all diese Unschuldigen in Gefahr gebracht hat. Mit Tränen betet er zu Gott.

Ellen G. White

He had decided to spend the night in prayer, and he desired to be alone with God.
Patriarchs and Prophets, S. 196

Zusammenfassung: Er hatte beschlossen, die Nacht im Gebet zu verbringen, und wollte mit Gott allein sein.

Ellen G. White

Bitterest of all was the thought that it was his own sin which had brought this peril upon the innocent.
Patriarchs and Prophets, S. 197

Zusammenfassung: Am bittersten war der Gedanke, dass seine eigene Sünde diese Gefahr über die Unschuldigen gebracht hatte.

Ein Kampf im Dunkeln

Mitten in diesem Gebet geschieht etwas Unerwartetes: „Da rang ein Mann mit ihm, bis die Morgenröte anbrach.“ Eine starke Hand packt ihn im Dunkeln. Jakob denkt: Ein Räuber, oder einer von Esaus Männern will mich töten! Er wehrt sich mit aller Kraft. Kein Wort wird gesprochen. Stundenlang ringen die beiden miteinander.

Während Jakob um sein Leben kämpft, kommt ihm seine ganze Schuld in den Sinn. Seine Sünden stehen vor ihm wie eine Mauer zwischen ihm und Gott. Doch in dieser Not erinnert er sich an Gottes Versprechen, und aus seinem Kämpfen wird ein Schreien um Gnade.

War das ein echter Kampf oder nur ein Bild? Die Bibel erzählt ihn als wirkliches Geschehen. Jakob betete um Mitternacht, und das Ringen dauerte, „bis die Morgenröte anbrach“, also mehrere Stunden. Danach hatte er eine echte Verletzung: „und er hinkte wegen seiner Hüfte“. Zur Erinnerung daran „essen die Kinder Israel bis auf den heutigen Tag die Sehne nicht, welche über das Hüftgelenk läuft“. Juden halten sich bis heute an diesen Brauch.

Zugleich war es mehr als ein Kampf der Körper. Hosea beschreibt, was in Jakob vorging: „er weinte und flehte zu ihm“. Der Kampf mit den Händen wurde zu einem Kampf im Gebet. Beides gehört zusammen: ein echtes Erlebnis mit einer tiefen geistlichen Bedeutung.

Ellen G. White

Suddenly a strong hand was laid upon him.
Patriarchs and Prophets, S. 197

Zusammenfassung: Plötzlich legte sich eine starke Hand auf ihn.

Ellen G. White

In the darkness the two struggled for the mastery.
Patriarchs and Prophets, S. 197

Zusammenfassung: In der Dunkelheit rangen die beiden miteinander, wer stärker sei.

Ellen G. White

While he was thus battling for his life, the sense of his guilt pressed upon his soul; his sins rose up before him, to shut him out from God.
Patriarchs and Prophets, S. 197

Zusammenfassung: Während er so um sein Leben kämpfte, lastete das Bewusstsein seiner Schuld auf ihm; seine Sünden standen vor ihm und wollten ihn von Gott ausschliessen.

Wer war dieser Mann?

Kurz vor Sonnenaufgang berührt der Fremde Jakobs Hüfte, „so daß Jakobs Hüftgelenk verrenkt ward“. Mit einer einzigen Berührung! Da merkt Jakob: Das ist kein gewöhnlicher Mensch. Später sagt er: „Ich habe Gott von Angesicht zu Angesicht gesehen, und meine Seele ist gerettet worden!“ Der Prophet Hosea nennt ihn einen Engel und sagt zugleich, Jakob habe mit Gott gekämpft (Hos 12,3–4).

Ein Engel, der zugleich Gott ist? Im Alten Testament erscheint öfter «der Engel des HERRN», der wie Gott selbst spricht. Im brennenden Dornbusch heisst es zuerst: „Und der Engel des HERRN erschien ihm in einer Feuerflamme“, und dann sagt er: „Ich bin der Gott deines Vaters“. Die Bibel zeigt damit: Es war der Sohn Gottes, lange bevor er als Jesus Mensch wurde. Maleachi nennt ihn den „Engel des Bundes“. Es war Christus selbst, der hier zu Jakob kam.

Ellen G. White

It was Christ, “the Angel of the covenant,” who had revealed Himself to Jacob.
Patriarchs and Prophets, S. 197

Zusammenfassung: Es war Christus, der Engel des Bundes, der sich Jakob gezeigt hatte.

Warum kämpft Gott mit Jakob?

Falls du dich fragst, warum Christus mit einem Menschen ringt: Es war kein Kampf, um Jakob zu vernichten. Eine einzige Berührung genügte, um ihn kampfunfähig zu machen. Christus hätte den Kampf jederzeit beenden können.

Jakobs ganzes Leben war ein Kampf mit eigener Kraft gewesen. Schon bei der Geburt hielt er die Ferse seines Bruders fest (1. Mose 25,26). Mit List kaufte er das Erstgeburtsrecht, mit einer Lüge holte er sich den Segen, und bei Laban kämpfte er mit Klugheit um seinen Lohn. Gott hatte ihm den Segen längst versprochen, aber Jakob vertraute nicht darauf, sondern wollte selbst nachhelfen.

In dieser Nacht lernt Jakob, was er in zwanzig Jahren nicht gelernt hatte: Mit eigener Kraft kann er Gott nichts abringen. Erst als er hilflos am Boden liegt, kämpft er nicht mehr gegen Gott, sondern hält sich an ihm fest.

Ellen G. White

He had not trusted God’s promises, but had sought by his own efforts to bring about that which God would have accomplished in His own time and way.
Patriarchs and Prophets, S. 197–198

Zusammenfassung: Er hatte Gottes Verheissungen nicht vertraut, sondern mit eigener Anstrengung herbeiführen wollen, was Gott zu seiner Zeit und auf seine Weise getan hätte.

Ich lasse dich nicht

Mit verrenkter Hüfte und grossen Schmerzen klammert sich Jakob an den Fremden. Der sagt: „Laß mich gehen; denn die Morgenröte bricht an! Jakob aber sprach: Ich lasse dich nicht, du segnest mich denn!“ Hosea erzählt, wie das aussah: „er weinte und flehte zu ihm“.

Jakob wollte nur eines: die Gewissheit, dass ihm vergeben ist. Das war keine Überheblichkeit, sondern das Vertrauen eines Menschen, der weiss, dass er nichts verdient hat, und sich trotzdem an Gottes Versprechen festhält. Durch Demut, Reue und Hingabe siegte dieser sündige Mensch, denn Gottes Liebe kann einen Sünder, der sich an ihn klammert, nicht abweisen.

Ellen G. White

He had fastened his trembling grasp upon the promises of God, and the heart of Infinite Love could not turn away the sinner’s plea.
Patriarchs and Prophets, S. 197

Zusammenfassung: Er hatte sich mit zitternden Händen an die Verheissungen Gottes geklammert, und das Herz der unendlichen Liebe konnte die Bitte des Sünders nicht abweisen.

Ellen G. White

Through humiliation, repentance, and self-surrender, this sinful, erring mortal prevailed with the Majesty of heaven.
Patriarchs and Prophets, S. 197

Zusammenfassung: Durch Demut, Reue und Hingabe siegte dieser sündige, irrende Mensch vor der Majestät des Himmels.

Ein neuer Name

Der Mann fragt: „Wie heißest du? Er antwortete: Jakob!“ Jakob bedeutet «Fersenhalter» oder «Betrüger». Mit seinem Namen bekennt er, wer er ist. Und Gott antwortet: „Du sollst nicht mehr Jakob heißen, sondern Israel; denn du hast mit Gott und Menschen gekämpft und hast gewonnen!“

Zum Zeichen, dass ihm vergeben war, bekam Jakob einen neuen Namen. Der alte erinnerte an seine Sünde, der neue an seinen Sieg.

„Und die Sonne ging ihm auf, als er an Pniel vorüberzog; und er hinkte wegen seiner Hüfte“. Er ging als ein anderer Mensch weiter.

Ellen G. White

As an evidence that he had been forgiven, his name was changed from one that was a reminder of his sin, to one that commemorated his victory.
Patriarchs and Prophets, S. 198

Zusammenfassung: Als Beweis, dass ihm vergeben war, wurde sein Name geändert: von einem, der an seine Sünde erinnerte, zu einem, der an seinen Sieg erinnerte.

Die Zeit der Angst Jakobs

Der Prophet Jeremia spricht von einer Zeit am Ende: „eine Zeit der Angst ist es für Jakob; aber er soll daraus errettet werden“. Jakobs Nacht am Jabbok ist ein Bild für die schwere Zeit, die Gottes Volk kurz vor der Wiederkunft Jesu erleben wird. Wie Jakob werden sie sich an Gott festhalten und nicht loslassen.

Ellen G. White

Jacob’s experience during that night of wrestling and anguish represents the trial through which the people of God must pass just before Christ’s second coming.
Patriarchs and Prophets, S. 201

Zusammenfassung: Jakobs Erfahrung in jener Nacht des Ringens und der Angst steht für die Prüfung, durch die Gottes Volk kurz vor der Wiederkunft Christi gehen muss.

Für dich

„Ich lasse dich nicht, du segnest mich denn!“ Wofür möchtest du heute so hartnäckig beten wie Jakob?

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