2 Erklärung
Ungerechtigkeit im eigenen Volk
Mitten im Bau ein neues Problem, diesmal von innen: „Es erhob sich aber ein großes Geschrei des Volks und ihrer Frauen gegen ihre Brüder, die Juden.“ Die Armen mussten ihre Felder verpfänden und sogar ihre Kinder als Knechte verkaufen, weil die Reichen hohe Zinsen verlangten (Neh 5,3–5).
Nehemia wird zornig: „Was ihr da tut, ist nicht gut.“ Er selbst verzichtet auf das Geld, das ihm als Statthalter zustand: „ich aber tat nicht also, um der Furcht Gottes willen“. Gott wollte, dass Israel lernt, die Selbstsucht abzulegen und einen weiten, edlen Charakter zu entwickeln. Darum hatte er Gesetze für die Armen gegeben (5. Mose 15,7–11).
Ellen G. White
It was Jehovah’s purpose that the Israelites should have a training that would eradicate selfishness, and develop breadth and nobility of character.Zusammenfassung: Es war Gottes Absicht, dass die Israeliten eine Erziehung erhielten, die die Selbstsucht ausrotten und Weite und Edelmut des Charakters entwickeln würde.
Ich kann nicht hinabkommen
Die Feinde versuchen es mit List. Viermal laden sie Nehemia zu einem «Gespräch» in die Ebene Ono ein, um ihm zu schaden. Seine Antwort: „Ich habe ein großes Werk zu verrichten, darum kann ich nicht hinabkommen. Warum sollte das Werk stillestehen, indem ich es ruhen ließe und zu euch hinabkäme?“
Dann bezahlen sie einen falschen Propheten, der Nehemia rät, sich im Tempel zu verstecken. Doch Nehemia: „Sollte ein Mann wie ich fliehen?“ Ellen G. White schreibt: Immer wieder werden Versuchungen kommen, uns von unserer Aufgabe wegzulocken. Wie Nehemia sollen wir fest antworten: Ich tue ein grosses Werk, ich kann nicht hinabkommen.
Ellen G. White
Repeated solicitations will come to call them from duty; but, like Nehemiah, they should steadfastly reply, “I am doing a great work, so that I cannot come down.”Zusammenfassung: Immer wieder werden Aufforderungen kommen, sie von ihrer Pflicht abzubringen; aber wie Nehemia sollen sie standhaft antworten: «Ich tue ein grosses Werk, darum kann ich nicht hinabkommen.»
In 52 Tagen
„Und die Mauer ward fertig am fünfundzwanzigsten Tag des Monats Elul, in zweiundfünfzig Tagen.“ Sogar die Feinde merkten, „daß dieses Werk von Gott getan worden war“.
Wissenswert: Nehemias Mauer gefunden?
In der Davidsstadt, dem ältesten Teil Jerusalems, haben Archäologen Mauerreste aus der persischen Zeit gefunden. Die Archäologin Eilat Mazar meinte 2007, ein Stück davon stamme von Nehemia. Andere Forscher halten es für älter. Sicher ist: Nehemias Jerusalem war viel kleiner als die Stadt Salomos, die Mauer umschloss nur den Hügel der Davidsstadt und den Tempelberg. Darum war es möglich, sie in 52 Tagen zu flicken, zumal viele alte Steine wieder verwendet werden konnten.
Gedankenspiel: keine Lehre der BibelWas wäre, wenn …? Nehemia wäre nach Ono gegangenAntippen zum Lesen
Die Einladung klang vernünftig: Lasst uns doch reden und Frieden schliessen. Was wäre, wenn Nehemia gegangen wäre? Die Bibel sagt: „Sie gedachten aber, mir Böses zu tun“. Er wäre vermutlich ermordet worden, und ohne ihn wäre der Bau wohl wieder stehen geblieben wie schon einmal 16 Jahre lang (Esra 4).
Was genau passiert wäre, wissen wir nicht. Doch das Gedankenspiel zeigt etwas, das bis heute gilt: Nicht jede Einladung zum «Reden» ist ehrlich gemeint, und nicht jede Pause ist harmlos. Manchmal ist das Mutigste, einfach weiterzubauen.
Für dich
Was ist das „grosse Werk“, das Gott dir anvertraut hat? Und was versucht dich gerade davon wegzulocken?